spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
 

Die Anfänge oder ... "Wenn der Beruf auch Hobby ist"

Bernd Wirbals aus Legau liebt französische Autos

Aus der "Memminger-Zeitung", 6. Jg. / Nr.37, 21. September 1989

LEGAU (ws). Seit er 1965 seine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker begann - inzwischen ist er schon lange Meister - arbeitet Bernd Wirbals praktisch ausschließlich an französischen Autos. Vor einiger Zeit entfloh Wirbals der Großstadthektik in Berlin und schlug sein Domizil im eher beschaulichen Markt Legau auf.

Im ehemaligen Milchwerk Legau I, das somit wohl vor dem langsamen Verfall gerettet wird, richtete sich Bernd Wirbals eine Hobbywerkstatt ein. Schon von außen betrachtet kann man seine Vorliebe für französische Autos erahnen: rund ums ehemalige Milchwerk findet sich die komplette Palette der Citroen-Produktion der letzten Jahrzehnte, allerdings in äußerlich mehr oder weniger desolatem Zustand. Und hier beginnt das Hobby des Bernd Wirbals: er restauriert mit Vorliebe alte Citroens, die längst nicht mehr gebaut werden, mit Originalteilen und freut sich natürlich sehr, wenn so ein altes Vehikel schließlich wieder wie neu dasteht. Star seiner "Veteranen" ist ein Citroen 11 CV, besser bekannt als Gangsterauto aus vielen alten Kriminalfilmen. Ihm will er demnächst zu neuem Glanz verhelfen. Ein weiteres Metier: für Filmaufnahmen stattet Wirbals Autos mit Spezialeffekten und speziellen Gags aus.

Image
AUFSEHEN erregt Bernd Wirbals aus Legau mit seinem Spezialfahrzeug, das er zu einem Campingmobil ausbauen will. Mit einer Länge von 6,55 m, einer erlaubten Zuladung von 2,8 t und einer Höchstgeschwinigkeit von ca. 200km/h erreicht das monströse Fahrzeug beachtliche Werte. Foto: Werner Steinle

Ein Fahrzeug im Hof des alten Milchwerks weckt aber ganz besonders die Neugier von Passanten, fasziniert und beflügelt die Phantasie und reizt zum Nachfragen. Es handelt sich um eine Spezialkonstruktion auf er Basis eines Citroen CX 2,5 Turbo-Diesels mit 120 PS, ein Fahrzeug, das durch seine extreme Länge von 6,55 m und die Doppelachse hinten die Blicke auf sich lenkt. Wie Bernd Wirbals erzählt, sind einige Fahrzeuge ähnlicher Bauweise in Frankreich erfolgreich eingesetzt, um eine renommierte deutsche Tageszeitung täglich in französische Großstädte zu transportieren. Wirbals hat mit diesem Fahrzeug anderes vor, er will es zu einem komfortablen Camping-Fahrzeug ausbauen, das auch dazu geeignet ist, mal mit 200 Sachen über die Autobahn zu "schweben".

Bis das Fahrzeug aber so ausbaufähig dastand, war ein weiter Weg, denn Wirbals musst es zunächst so umkonstruieren, daß es die deutsche TÜV-Zulassung bekam. Da die Knickkräfte auf die Vorderachse zu stark waren, musste er den hinteren Radstand schmäler machen; eine zusätzliche Handbremse nach Euronorm war einzubauen, um das Geschoß auch bei einer Schnellbremsung fest im Griff zu haben. Auch die vorderen Stoßstangen waren neu zu konstruieren und erforderten eine Sonderabnahme. Eine 50-000-km-Fahrtest mit verplombter Tachowelle absolvierte Wirbals in Frankreich, die Kunststoff-Sandwich-Konstruktion wurde auf Stabilität und Brennbarkeit getestet, Gewichtsteste unternommen und das Fahrverhalten ausprobiert. Nach rund eineinhalbjährigen Bemühungen hat Bern Wirbals schließlich alle Klippen genommen und vom TÜV Berlin die Deutschland-Zulassung bekommen. Der Ausbau zum Campingmobil kann nun beginnen...
Das Fernziel von Bernd Wirbals: eines Tages will er eine eigene Kfz-Werkstatt aufmachen, natürlich mit "Automobiles Francaises" im Angebot.

Anmerkung: Nur ein paar Jahre später hat Kfz-Meister Bernd Wirbals dieses Ziel erreicht und sein Hobby endgültig zum Beruf gemacht. Heute bietet er Ihnen - unter dem Dach seiner eigenen Oldtimer-Werkstatt "Automobile Francaise" - einen vollständigen Service rundum Reparatur und Restauration von französischer Old- und Youngtimer Fahrzeugen an. Einen vollständigen Überblick über die Leistungen von "Automobile Francaise" finden Sie hier

 
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB
spacer.png, 0 kB